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Psychische Störungen

Was ist eine psychische Störung?

In der Psychiatrie und Psychotherapie wird statt des Begriffs „Krankheit“ häufig der Begriff „Störung“ verwendet. Gemeint ist damit eine länger andauernde, behandlungsbedürftige Beeinträchtigung des psychischen Erlebens und Verhaltens. Psychische Störungen entwickeln sich häufig schleichend. Veränderungen werden zunächst kaum bemerkt oder äußeren Umständen zugeschrieben.
Grundsätzlich gilt: Je früher eine Behandlung beginnt, desto günstiger sind die Aussichten auf Besserung.

 

Woran kann man eine psychische Störung erkennen?

Hinweise können sein:

  • anhaltende Traurigkeit oder Interessenverlust
  • starke Ängste oder dauerhafte innere Anspannung
  • Panikattacken
  • Zwangshandlungen
  • Selbstverletzungen
  • Realitätsverkennungen oder Wahngedanken
  • deutliche Beeinträchtigungen im Alltag oder im sozialen Leben

Entscheidend ist nicht ein einzelnes Symptom, sondern die Dauer, Intensität und Auswirkung auf das tägliche Leben.

 

Was wissen wir heute über psychische Störungen?

Psychische Störungen sind häufig. Sie können grundsätzlich jeden Menschen in jedem Alter betreffen. Sie sind kein Ausdruck persönlicher Schwäche, sondern entstehen durch ein Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren. Psychische Störungen werden individuell erlebt – selbst bei gleicher Diagnose unterscheiden sich Ausprägung und Verlauf.

 

Zur Behandlung stehen wissenschaftlich anerkannte Verfahren zur Verfügung:

  • Psychotherapie
  • medikamentöse Behandlung
  • oder eine Kombination beider Ansätze

Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität wieder spürbar zu verbessern.

 

Warum werden psychische Störungen diagnostiziert?

Diagnosen dienen der fachlichen Verständigung und ermöglichen eine strukturierte Behandlung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mit der ICD („International Classification of Diseases“) ein internationales Klassifikationssystem entwickelt. Psychische Störungen sind dort systematisch beschrieben und mit Codes versehen. Die Diagnose wird unter anderem benötigt, wenn eine Bezuschussung durch die Krankenkasse beantragt wird.

 

Unterstützung durch/für Angehörige

Psychische Störungen wirken sich häufig auch auf das persönliche Umfeld aus. Verständnis, Geduld und eine informierte Begleitung können zur Stabilisierung beitragen. Gleichzeitig kann die Situation für Angehörige selbst sehr belastend sein.
In manchen Fällen ist es sinnvoll, dass auch Angehörige psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen – sei es zur eigenen Entlastung oder um besser mit der Situation umgehen zu können.

 

Hinweis

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Beschwerden behandlungsbedürftig sind oder sich bereits deutlich verfestigt haben, kann ein Erstgespräch zur fachlichen Einschätzung und Orientierung beitragen.